Café CULT
Mit dem Café CULT entstand 1993 in der Frankfurter Schillerpassage ein Gastronomie- und Kulturprojekt über zwei Ebenen. Restaurant, Cocktailbar und Veranstaltungsräume wurden zu einem zusammenhängenden Konzept verbunden, das tagsüber ebenso funktionierte wie während kultureller Veranstaltungen am Abend.
Das Erdgeschoss wurde von Restaurant und Cocktailbar geprägt. Mittelpunkt des Raumes war eine geschwungene Baranlage mit Verkleidungen aus patiniertem Kupfer. Gemeinsam mit Holz, Naturstein und indirekter Beleuchtung entstand eine Atmosphäre, die gleichzeitig offen, hochwertig und zurückhaltend wirkte.
Die Gestaltung verzichtete bewusst auf dekorative Themenwelten und kurzlebige Trends. Stattdessen entstanden Atmosphäre und Orientierung durch Material, Licht und Raumfolge. Die Gastronomie verstand sich als Teil der Architektur der Schillerpassage und nutzte die großzügigen Blickbeziehungen zum Atrium des Gebäudes.
Eine großzügige Treppenanlage verband die beiden Ebenen. Die mit Blattgold belegten Wandflächen verliehen dem Übergang zur Veranstaltungs- und Bühnenebene eine besondere Wirkung und machten den Weg in das Untergeschoss zu einem eigenen Raumerlebnis.
Im Untergeschoss befanden sich eine zweite Bar, flexible Gastronomiebereiche und eine eigene Showbühne für Kleinkunst, Musik und kulturelle Veranstaltungen. Die Bühne war dabei kein Zusatz, sondern ein integraler Bestandteil des räumlichen Konzepts.
Mit Restaurant, Cocktailbar und Veranstaltungsräumen entstand ein Ort, der weit über die klassische Funktion eines Cafés hinausging und Gastronomie, Kultur und Begegnung unter einem Dach vereinte.
Projektdaten
- Projekt: Café CULT
- Ort: Frankfurt am Main
- Jahr: 1993
- Aufgabe: Gastronomie- und Kulturprojekt
- Nutzung: Restaurant, Cocktailbar und Showbühne
- Standort: Schillerpassage, Frankfurt am Main
- Bauherr: Dr. Jürgen Schneider
Gastronomie ist mehr als die Planung von Tischen, Stühlen und Theken. Gute Räume entstehen dort, wo Aufenthalt, Begegnung und Atmosphäre zu einer Einheit werden.
Das Café CULT war ein Versuch, Gastronomie, Kultur und Architektur unter einem Dach zusammenzuführen – ein Anspruch, der auch heute nichts von seiner Aktualität verloren hat.
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